Zahlen Sie in diesem
Jahr mehr oder weniger Steuern? So steht es um
alle acht Gemeinden

In den meisten Sarganserländer Gemeinden wird
im Frühling der Steuerfuss für das Jahr 2026 festgelegt. Eine Übersicht, was die jeweilige Bevölkerung
erwarten darf.

Bald ist es so weit. In den politischen Gemeinden des Sarganserlands stehen die Bürgerversammlungen bevor. Dabei wird – ausser in zwei Gemeinden – die Stimmbevölkerung auch den Steuerfuss festlegen. Die folgende Übersicht zeigt, ob Sie 2026 in Ihrer Gemeinde mit einem höheren, tieferen oder gleichbleibenden Steuerfuss rechnen können.

Pfäfers und Vilters-Wangs: Bevölkerung darf «moderate»
Steuersenkung erwarten

Fest stehe noch nichts, sagt Gemeindepräsident Josef Riederer auf Anfrage. Doch die Bevölkerung von Pfäfers dürfe in diesem Jahr mit einer «moderaten» Steuersenkung rechnen. Laut Riederer sind die Aussichten der Gemeinde recht gut. Das vergangene Jahr könne man mit einem positiven Ergebnis abschliessen. Zudem seien in nächster Zeit keine allzu grossen Investitionen geplant, wie es in anderen Gemeinden der Fall ist. Mit 139 Prozent hat Pfäfers derzeit den höchsten Steuerfuss im Sarganserland – was der Gemeinde einen gewissen Spielraum ermöglicht.

Ähnlich sieht es in Vilters-Wangs aus. «Der Gemeinderat möchte den Steuerfuss leicht nach unten korrigieren», bestätigt Gemeindepräsident Patrik Schlegel. Wie Pfäfers könne auch Vilters-Wangs die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn abschliessen. Zudem sei die Steuerkraft der Bevölkerung gestiegen. Derzeit beträgt der Steuerfuss 120 Prozent.

Mels und Sargans: Steuerfuss bleibt die nächsten Jahre wohl gleich

In den letzten beiden Jahren mussten die Melser Bürgerinnen und Bürger weniger Steuern zahlen. Zwei Mal hintereinander wurde der Steuerfuss gesenkt. Dies wird 2026 ein Ende haben. Bereits im vergangenen November stimmte die Melser Stimmbevölkerung an der Budgetversammlung einem gleichbleibenden Steuerfuss von 125 Prozent zu. Laut Peter Schumacher, Gemeindepräsident von Mels, wird dieser mit Blick auf die Investitionen der Gemeinde auch in den nächsten drei Jahren wohl auf gleichem Niveau bleiben. Insbesondere bei der Schulraumentwicklung seien grosse Investitionen erforderlich. Weitere Investitionen sind beim Hochwasserschutz, Strassenbau und bei der Arealentwicklung (Drucki Kleinfeld/Werkhof) geplant.

Sargans muss über den Steuerfuss (2025: 129 Prozent) erst noch abstimmen. Aber auch hier steht eine Kürzung in den nächsten Jahren wohl nicht zur Diskussion. Laut Gemeindepräsident Stefan Kohler ist bei den kommenden Jahresrechnungen mit Verlusten zu rechnen, getrieben vor allem durch den Bau des Schulhauses Malerva.

Quarten: Keine Steuererhöhung,
trotz schlechten Aussichten

Zur Überraschung vieler senkte die Quartner Stimmbürgerschaft an der Gemeindeversammlung 2025 den Steuerfuss um fünf Prozent – entgegen der Absichten des Gemeinderats. «Dieser respektiert den Volksentscheid und möchte in diesem Jahr den Steuerfuss trotz des erwarteten Verlusts im Jahr 2026 bei 102 Prozent belassen», sagt Gemeindepräsident Erich Zoller auf Anfrage. Dies sei dank eines grossen Eigenkapitals möglich, wodurch der erwartete Verlust im Budget 2026 verkraftbar sei.

Flums: Alles beim Alten, trotz Gewinn

Spiegelverkehrte Situation in Flums: Sowohl 2023 als auch 2024 schloss die Gemeinde mit einem positiven Ergebnis ab. Dennoch wurde der Steuerfuss jeweils bei 125 Prozent belassen. Ähnliches wird sich wohl auch in diesem Jahr abspielen. Laut Gemeindepräsident Christoph Gull möchte der Gemeinderat keine Änderungen am Steuerfuss vornehmen, obwohl die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn abschliessen wird. Er begründet dies mit hohen Investitionen, allen voran mit dem neuen Primarschulhaus, das frühestens im Jahr 2030 bezogen werden soll.

Bad Ragaz: Tiefster Steuerfuss,
aber keine Senkung

Die Gemeinde mit dem tiefsten Steuerfuss im Sarganserland ist Bad Ragaz. Derzeit beträgt dieser 92 Prozent und wird voraussichtlich auch 2026 so bleiben. Wie Gemeindepräsident Jens Jäger auf Anfrage sagt, «ist und war der Gemeinderat darauf bedacht, einen stabilen Steuerfuss zu wahren und dabei die mittelfristig finanzielle Stabilität der Gemeinde stets im Blick zu behalten». Zuletzt wurde der Steuerfuss in Bad Ragaz im Jahr 2019 gesenkt.

Walenstadt: Wenige Investitionen,
aber hohe Verluste

Wie in Mels, so wurde auch in Walenstadt bereits im November an der Budgetversammlung über den diesjährigen Steuerfuss abgestimmt. Die Bürgerschaft folgte dabei der Empfehlung des Gemeinderats und beliess den Steuerfuss bei 110 Prozent. Zwar verzichtet die Gemeinde in diesem Jahr auf neue Investitionsprojekte, erwartet bis ins Jahr 2030 aber jährlich hohe Verluste. An der damaligen Budgetversammlung betonte Gemeindepräsident David Eberle, dass der Gemeinderat sehr bewusst und zurückhaltend budgetiert habe. Den erwarteten Verlust erklärte Eberle unter anderem damit, dass der Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich gesunken ist, die Ausgaben im Pflegebereich sich jedoch erhöht haben.